Naturschutztag,  Samstag, 21. September 2019

 

Organisation durch Gemeinde Pratteln (Naturschutzkommission).
Informationen auf
www.pratteln.ch

 


Im Gedenken an unser Ehrenmitglied Hansueli Dürr

 

Der Bauer vom Hof Schönenberg ruft Hansueli Dürr an: „Ein junger Waldkauz sitzt auf der Hof-Zufahrt, was soll ich machen?“ „Stülp eine Harrasse über den Vogel, stell eine Leiter an den Baum mit dem Eulen-Kasten und wart, bis ich da bin.“ Dann ist er da: Nimmt das Vogeljunge unter den Arm, umklammert mit den Fingern seine Beine, zeigt den Zuschauenden die langen, kräftigen Krallen, steigt die Leiter hoch und setzt das Vogelkind in einer Astgabel ab.

Das Junge sei ein Aestling, erklärt Hansueli, sitze nun wieder auf einem Ast , wo es hingehöre,

und werde dort von den Eltern gefüttert, bis es flugfähig sei.

Dieses Beispiel steht stellvertretend für unzählige Situationen, in denen Hansueli Dürr für seine gefiederten Freunde Retter in der Not war. Von frühester Jugend bis ins hohe Alter war er leidenschaftlicher Natur- und Vogelschützer. In seiner Werkstatt zimmerte er Nistkästen für Singvögel, Mauersegler, Turmfalken, Eulen und sogar für Fledermäuse. Ueber 300 solcher Kästen sind in Prattelns Umgebung und in Privatgärten anzutreffen. Im Team für ihre jährliche Reinigung hat Hansueli Dürr noch anfangs 2019 tatkräftig mitgeholfen.

Mit etwas Glück werden uns an der Eröffnungsfeier für die beiden Dorf-Schulhäuser an

diesem Wochenende auch die Mehlschwalben nach ihrer Rückkehr aus Afrika begrüssen und sich über die neuen Kunstnester am Schloss-Schulhaus freuen. Etwas später folgen ihnen die Spiren. Weniger bekannt sind die Nisthilfen, die diesen Zugvögeln, und auch Turmfalken, an  Industrie- und Gewerbebauten angeboten werden. Sie sind Hansueli Dürr zu verdanken, dem es immer wieder gelungen ist, Firmen-Verantwortliche für seine Sache zu gewinnen.

Seine Liebe zur Natur und seine fundierten ornithologischen Kenntnisse, dazu seine handwerklichen Fähigkeiten, machten Hansueli Dürr zu einem äusserst wertvollen Mitglied des Natur- und Vogelschutzvereins, in dessen Vorstand er während vieler Jahre mitwirkte. Sein bevorzugtes Wirkungsfeld war aber nicht das Sitzungszimmer, sondern die praktische Arbeit in der freien Natur. Dort konnte er spannende und manchmal auch spektakuläre Beobachtungen machen. Wenn er an den Generalversammlungen davon erzählte, war das nach den andern statutarischen Geschäften immer eine willkommene Auflockerung.

 

Auch Schulklassen und die „Spatzagallos“ (Kindergruppe des NVVP) konnte er mit seinen Erzählungen begeistern. Bei Kindern und Jugendlichen das Interesse wecken an der Natur,

 ihnen die Augen öffnen für die kleinen Wunder vor der Haustür, war ihm stets ein ernstes Anliegen. Er freute sich, wenn ihn Lehrpersonen einluden, mit ihren Schülerinnen und Schülern einen Nistkasten zu bauen und dabei von seinen Erlebnissen zu erzählen. Als Fachmann in Vogelschutz-Fragen war Hansueli Dürr in der Oeffentlichkeit bekannt; vielen Menschen und

 auch Firmen, die sich an ihn wandten, stand er hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite.

 

Am 11. März 2019 ist Hansueli Dürr nach kurzer Krankheit in seinem 86. Altersjahr gestorben.

Wir sind ihm dankbar für alles, was er für unseren Verein und den Natur- und Vogelschutz 

getan hat. Die Erinnerung an diesen liebenswürdigen, bescheidenen Menschen bleibt bei vielen lebendig.

 


Neue Bewohner am Jugendhaus werden erwartet !

 

Hansueli Stohler hat neu die Spyrenkästen am
Jugendhaus montiert.

Hoffen wir, dass diese dann bald von den Vögeln in Beschlag genommen werden.

 


Neue Chutzechäschte montiert

Die Kästen wurden von Silas Heid angefertigt und durch Hansueli Stohler und Martin Suter montiert.


Kurt Suter hat folgende interessante Videoaufnahmen veröffentlicht.

Auch zu finden unter

www.pratteln.net

 


Gimpel

Er heisst auch „Dompfaff“ wegen der schönen roten Brustfärbung. Das Weibchen ist auch sehr schön, aber dezenter und grau an der Brust.

 

Im Winter war er häufig in Pratteln zu sehen und zu hören, in der Umgebung des Friedhofs oder am Waldrand zum Adler hinauf. Gern hält er sich in ganzen Trupps auf. Der Gesang ist leise, weich. Sein Futter, nämlich Knospen und Samen von Bäumen und Kräutern, findet er an allen Orten, er braucht darum kein Revier zu besetzen.

 

Nun, da es wärmer ist, ist er wohl in höhere Lagen gezogen. Er hält sich gern in der Umgebung von Fichten auf und baut sein Nest im dichten Geäst von jungen Fichten, aber auch im Dickicht von Hecken.                                                      Christine Vögtli

 


 

 

Projekt Gartenrotschwanz                                                      Foto: Nicolas Martinez

 

 

Unser Verein verfolgt ein Projekt zur Förderung des Gartenrotschwanzes, denn dessen Lebensraum ist stark bedroht und er steht auf der Roten Liste der seltenen Vogelarten.

 

 

 

Es gibt zwei Rotschwänze: den Haus- und den Gartenrotschwanz.

 

Der Hausrotschwanz hat sich an unsere Siedlungen gut anpassen können. Er frisst Insekten, aber auch Beeren und Samen. Jetzt ist er in S-Europa und kehrt ab Mitte Februar zu uns zurück. In den frühen Morgenstunden singt er dann wieder von den Hausdächern sein Lied.

 

Der Gartenrotschwanz stellt mehr Ansprüche: er frisst nur Insekten. Diese jagt er gerne in naturnahen Gärten. Die Familiengärten in Basel gefallen ihm. Nun versuchen wir, ihm in den Familiengärten im Hintererli einen guten Lebensraum anzubieten.

 

Er ist jetzt weit fort, in Afrika, und kommt Anfang April zurück.

 

 

 

Fotos: Marco Savoldelli

 

Text: Christine Vögtli-Buess

 


177 Nistkästen werden von uns betreut

Bild links:  Ein junger Star beobachtet...                        Bild rechts: Schwalben-Nester belegt mit Jungvögeln

Fotos von Christine Vögtli

So viele Nistkästen hat der Natur- und Vogelschutzverein Pratteln im vergangenen Winter betreut und gereinigt.

Dabei sind die vielen Nistkästen in privaten Gärten nicht mitgezählt, die ihrerseits von Privat gereinigt werden.

Der Verein betreut ausserdem 120 Nester für Schwalben sowie 34 Kästen für Mauersegler.

 

Kontakt: Christine Vögtli-Buess, Tel. 061 821 35 51.